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Tennessee Walking Horses in Bayern
Zucht - Training - Verkaufspferde
Europäische IJA-Richter
für Tennessee Walking Horses
offiziell ernannt
Was IJA-Director of Judges, Dianne Little, jedem Teilnehmer bereits persönlich mitgeteilt hat, ist mittlerweile auf der FOSH-Website offiziell veröffentlicht: Europa verfügt über lizenzierte IJA-Richter für Tennessee Walking Horses. Die unabhängige Richtervereinigung IJA (Independent Judges Association) gehört keinem Zuchtverband an. Die IJA ist eine Organisation der FOSH (Friends of Sound Horses), einer gemeinnützigen Organisation, die sich mittlerweile weltweit für den humanen, tierschutzgerechten Umgang, Ausbildung und Ausrichtung bzw. das Richten von Turnieren einsetzt. In den USA und in Kanada richtet die IJA inzwischen immer mehr Turniere und Veranstaltungen. Nur aus dem Bereich Performance Horses (also die Big Lick Szene) hält sich die FOSH raus, unterstützt aber die Kontrollorgane des Horse Protection Acts und veröffentlicht regelmäßig Trainer oder Teilnehmer aus der Big Lick Szene, die gegen die Tierschutzbestimmungen verstoßen haben. Ziel der FOSH und der IJA ist, den Pferdesport mit Gangpferden weltweit auf die Grundlagen der pferdegerechten Behandlung und Umgangs zu stellen. Deshalb werden Schulungsprogramme und immer neue Turnierklassen in Anlehnung an die klassichen Reitweisen erarbeitet. So hat die FOSH kürzlich ein Dressurprogramm für Gangpferde entwickelt, welches den Charakteristika des Ganges der verschiedenen Rassen gerecht wird, sich jedoch an der klassischen Reitweise orientiert. Von Reiter und Pferde wird Ausbildung, Gymnastizierung und Disziplin gefordert.
Unsere Meinung
zu den immer wieder auftauchenden Veröffentlichungen und Aussagen,
„Tennessee Walking Horses sind eine besonders gefahrlose
und risikoarme Pferderasse besonders für Anfänger”
Diesen Spruch und ähnliche haben wir schon vor 15 Jahren, als wir mit Tennessee Walking Horses angefangen haben, gehört: ”Easy to ride”, „besonders für Anfänger und Rückengeschädigte”, „gefahrlos für Kinder”. Immer wieder kommen Besucher zu uns auf den Hof, die so informiert worden sind. Hier wird besonders die zweifellos vorhandene Menschenfreundlichkeit und der ruhige und gelassene Charakter des Tennessee Walking Horse in einer Weise vermarktet, die gerade für die angesprochenen Anfänger die Gefahr birgt, sich im falschen Glauben in dieselbe zu begeben! Auch ein Tennessee Walking Horse ist zunächst einmal nur ein Pferd - ein Fluchttier, welches die Tendenz hat, vor Gefahren davonzulaufen und ihnen so zu entkommen. Das ruhige und menschenbezogene Wesen mag Anfänger darüber hinwegtäuschen, dass diese Pferde in ihrer gewohnten Umgebung außergewöhnlich gelassen sind. Das ist jedoch keine Garantie für alle Lebenslagen. Auch TWHs erschrecken sich mal - wenn auch deutlich weniger spektakulär. Auch TWHs testen ihren Reiter von Zeit zu Zeit aus - und setzen sich gegenüber Anfängern gerne einmal durch. Auch TWHs können - meist haltungs, oder umgangsbedingt - über Untugenden verfügen. Es ist sehr verwunderlich, dass sich sogar Fachredakteure von Rundfunk, Fernsehen und Zeitschriften von derartigen Aussagen blenden lassen, ohne diese zu hinterfragen.
Wer haftet eigentlich, wenn auf Grund solcher Aussagen Eltern ihre kleinen Kinder - oft sogar gebisslos - ins Gelände schicken und dann etwas passiert?
Wir sind sogar der Meinung, dass Tennessee Walking Horses - wie übrigens alle Gangpferde - an die Reiter eine höhere Anforderung stellen als Dreigänger.
Die Besonderheit des TWH ist sein einzigartiger bequemer Gang und sein besonderer Charakter, die es beide langfristig zu bewahren gilt. Das allein sind schon genug Gründe, sich für ein TWH zu entscheiden. Es dauert lange, einem Pferd eine gute Ausbildung zu vermitteln. Besonders Anfänger haben es meist schwer, einen guten, taktreinen Gang zu erkennen - vor allem vom Sattel aus. Oft wird auch ein Pass als sehr bequem empfunden und dem Pferd unbewusst abgefordert und damit manifestiert. Dies passiert meist bei jungen Pferden, die noch nicht genügend ausbalanciert sind und den Gang noch nicht stabil unter dem Reitergewicht halten können.
Gerade Anfänger sind deshalb eine beliebte Zielgruppe, weil sie die Qualität des Gangs beim Kauf nicht kritisch bewerten können. Für sie ist ein Hauptargument, dass sie nicht traben können müssen. Damit wollen wir nicht sagen, dass das TWH kein Anfängerpferd ist! Ein sorgfältig ausgebildetes Pferd mit stabilem Gangwerk und ein entsprechend instruierter Anfänger mit einigen Reitstunden auf dem Pferd (um den Popometer auf den Gang zu eichen) sind die beste Gewähr für eine erfolgreiche und leidenschaftliche Partnerschaft mit dem Pferd. Ist das TWH dann völlig ungefährlich? Nein - ist es sicher nicht! Aber viel sicherer als manche andere Rassen, die einen nicht so gutmütigen und ruhigen Charakter haben. Eine Aussage, wie sie in einem Fernsehbeitrag zu hören war: „da kann nichts passieren”, würde uns jedenfalls nie in den Sinn kommen!
Unser Statement zum Cavallo-Artikel
„The Walk of Shame” Ausgabe März 2011
Mehr als 15 Jahre lang sind wir nun schon Abonnenten der Cavallo und haben sie eigentlich immer gerne gelesen, wenngleich wir nicht immer mit jeder Meinung der Redaktion einverstanden waren. Mit dem Artikel ”The Walk of Shame” in der letzten Ausgabe der Zeitschrift fühlten wir uns jedoch persönlich betroffen.
Zwar ist der Artikel vom Kern her richtig, jedoch erweckt er beim flüchtigen Darüberlesen den Eindruck, diese Methoden seien für Tennessee Walking Horses üblich - nicht nur in Amerika. Man muss diesen Artikel schon genau lesen um zu begreifen, dass dies selbst in Amerika nur in der Show-Szene üblich ist. Die Gangpferdeorganisation ”FOSH” (Friends of Sound Horses), die sich in Nordamerika über einen rasanten Zulauf freuen kann, wurde kurzerhand als „Tierschutzorganisation” bezeichnet. Sehr intensiv kann also die Recherche nicht gewesen sein. Wir haben daraufhin einen Leserbrief an die Redaktion der Cavallo geschickt, in dem wir erstens richtig gestellt haben, dass sich die Züchter und Besitzer von Tennessee Walking Horses in Europa engagiert und erfolgreich gegen solche Einflüsse und Methoden aus der Showszene gewehrt haben. Zweitens wollten wir als FOSH Mitglieder klarstellen, dass die FOSH eben keine Tierschutzorganisation sondern die führende Gangpferdevereinigung in Nordamerika ist, die energisch gegen derartige Methoden kämpft. Leider war der Redaktion aus Platzgründen eine Klarstellung nicht wichtig, sie berief sich auf ihre redaktionelle Freiheit.
Gute Nachrichten scheinen die Verkaufszahlen nicht so steigern zu können wie negative Nachrichten. Schade daß dieses Bildzeitungs-Prinzip jetzt auch bei den Fachzeitschriften Einzug hält. Meinen Leserbrief hätte man - auf zwei kurze Sätze gekürzt - veröffentlicht. Da dies vollkommen den Sinn und Inhalt meines Schreibens verfehlt hätte, haben wir darauf verzichtet.
Der Cavallo Redaktion sei geraten: Sensationspresse ist nicht Sache der Fachmedien. Wenn ein solch brisanter Artikel missverständlich geschrieben ist (redaktionelle Freiheit hin oder her) ist es die Pflicht der Redaktion, ausreichend Gelegenheit zur Richtig- bzw. Klarstellung zu geben! Die Redaktion sollte sich im Klaren darüber sein, daß sie damit die Züchter und Besitzer von Tennessee Walkern in Europa im Ansehen schädigt und letzlich ihre Leser damit vor den Kopf stößt. Es ist tragisch genug, dass in den USA noch heute solche (und leider noch viel schlimmere) Methoden üblich sind. Es ist aber viel erfreulicher, daß in Europa erfolgreich dagegen angekämpft wird und es auch Organisationen in Nordamerika gibt, die sich energisch und erfolgreich dafür einsetzen, dass solche Methoden verboten und verfolgt werden. Die eigentliche Zielgruppe für diesen kritischen Artikel - die Amerikaner - werden ihn wohl nicht lesen...
Liebe Cavallo Redaktion,
zunächst meinen Respekt für den Mut, Missbrauch von Tieren darzustellen und anzuprangern! Viele europäische Züchter und Besitzer von TWH´s haben sich in den letzten Jahren erfolgreich gegen Einflüsse aus den USA wehren können. Dies geht aus dem Text jedoch nicht eindeutig hervor. Beim flüchtigen Lesen könnte die Information, dass diese Praktiken nur in den USA üblich sind, dem Leser entgehen. Nahezu alle Besitzer und Züchter von Tennessee Walking Horses in Europa legen großen Wert auf natürliches Gangvermögen, gesunde Pferde und einen tierschutzgerechten Umgang. Shows wie in den USA gibt es in Europa nicht. Die angeprangerten Methoden sind durch das Tierschutzgesetz eindeutig verboten. Tennessee Walking Horses werden in Europa ausschließlich als Freizeipferde eingesetzt - mit durchaus Turnier- nicht jedoch Show-Potential. Durch die Ausrichtung von ”pferdegerechten” Turnieren und Turnierrichtern mit der entsprechenden ethischen Einstellung wird derartigen Tendenzen zudem die Grundlage entzogen. Die erwähnte FOSH (Friends of Sound Horses) ist eine gemeinnützige Organisation in Nordamerika, die sich allen Gangpferderassen (15 Rassen) verschrieben hat und ihren Mitgliedern entsprechende Informationen, Schulungen aber auch ein Regelheft für die Durchführung von Turnieren anbietet. Die FOSH- eigene Richterorganisation IJA (Independent Judges Association) richtet Turniere in entsprechender ethisch-moralischer Weise, wobei größter Wert auf das natürliche, unaffektierte Gangvermögen gelegt wird. Die FOSH hat bereits 2008 und 2010 Tennessee Walkinghorse Europameisterschaften mit großem Erfolg und äußerst positiver Resonanz der Teilnehmer gerichtet. Inzwischen sind von der FOSH in Europa 5 Turnierrichter für Tennessee Walking Horses ausgebildet und lizenziert (3 Deutsche, 2 Schweizer), die nach einem für Europa angepassten, tierschutzkonformen Regelwerk Turniere richten können. Wie bei allen Rassen sind es meistens die Turnierrichter, die die Trends setzen (positive oder negative)! Die Turnierteilnehmer passen sich den Entscheidungen der Richter an, um erfolgreich zu sein und wählen dafür die entsprechenden Methoden. Daher ist das Engangement der FOSH in Europa für die zukünftige Entwicklung und das Ansehen dieser Rasse äußerst wertvoll und gewinnt angesichts Ihres ansonsten völlig zutreffenden Artikels noch mehr Stellenwert.
Rainer Schwede
Lucky Walker Stables
FOSH/IJA European Judge
Natürliches Gangvermögen wird gefördert, künstlicher, animierter Gang wird niemals die gestellten Aufgaben erfüllen können. Mit einem Big Lick Pferd kann man halt keine Volten reiten. Damit passen die ethischen Grundsätze der FOSH ideal zum europäischen Verständnis der Reitweisen und des artgerechten Umgangs mit Pferden in Sport und Haltung. Wer also mit seinem Gangpferd neue Herausforderungen sucht, ursprünglich über Erfahrungen oder Praxis in der klassischen Dressur oder im Westernreiten verfügt, wird künftig gangpferdegerechte Aufgaben und eine entsprechende Turnierszene vorfinden.
Die fünf IJA Richter (zwei Richter in der Schweiz, drei Richter in Deutschland) sind zwar im Augenblick nur für Tennessee Walking Horses ausgebildet und lizenziert, die Erweiterung der Lizenzierung auf andere Gangpferderassen wie Pasos, Mangalargas oder Isländer ist längerfristig durch Nachschulungen denkbar. Das Interesse der FOSH ist es, Besitzer von Gangpferden weltweit zu unterstützen und ihnen die ethischen Grundsätze der FOSH zum humanen, pferdefreundlichen Umgang mit Gangpferden zu vermitteln.
Die Mitgliedschaft bei der FOSH (darin sind vier Zeitschriften des Sound Advocat enthalten) kostet jährlich 30 US-Dollar (das sind beim augenblicklich sehr schlechten Dollarkurs ca. 25 Euro, normalerweise ca. 21 Euro). Die Mitgliedschaft ist jährlich und endet automatisch, wenn sie nicht erneuert wird. Vereine und Organisationen/Verbände können für 50 US-Dollar pro Jahr eine Verbandsmitgliedschaft abschließen und werden dann von der FOSH entsprechend unterstützt.
Als Mitglied unterstützen Sie auch aktiv die Arbeit der FOSH für einen tierschutzgerechten Pferdesport.
Es ist nicht auszuschließen, dass sich die FOSH in Zukunft auch in Europa als Organisation für alle Gangpferderassen etablieren könnte.
Der kanadische Zuchtverband CRTWH präsentiert
den FIRST ULTIMATIVE CANADIAN HORSE AWARD
Die Canadian Registry of the Tennessee Walking Horse (CRTWH) ist weltweit der einzige TWH Zuchtverband, der sich mit einem ultimativen Leistungs- und Qualifikationsprogramm für den Erhalt und die Förderung des Rassestandards einsetzt. Das Program for Excellence, die Canadian Triple Challenge und die Training Level Chgallenge, die Ride/Drive Your Walker Challenge oder der „Ultimate Canadian Horse Award” sind Zertifizierungs- und Qualifikationsprogramme, die sowohl Freizeitpferde, Gebrauchspferde, Zuchtpferde und Sportpferde an Hand des Rassestandards qualifizieren.
Der Rassestandard, den die CRTWH in ihren Statuten festgelegt hat, beschreibt den Tennessee Walker als Gebrauchspferd mit natürlichem Gangvermögen (4-Takt). Die teilnehmenden Pferde werden nicht - wie bei Shows üblich - untereinander verglichen, nach dem Motto: „ Der Beste gewinnt”, sondern die Bewertung erfolgt nach dem festgelegten Rassestandard. Damit werden nur diejenigen Pferde ausgezeichnet, die den Rassestandard bestmöglichst erreichen. So wird ausgeschlossen, dass schlechtere Teilnehmer den Standard nach unten ziehen („unter den Blinden ist der Einäugige König...”)
In Kanada hat dieses Programm inzwischen breite Akzeptanz gefunden. Die Zahl der Teilnehmer steigt jährlich und Käufer, Züchter und Interessenten orientieren sich mittlerweile an den Ergebnissen. Während in den USA immer noch das „Blue Ribbon” in der Ovalbahn zweifelhaftes Qualitätsmerkmal für Zucht und Auslese ist und in Europa oft der Spruch: „Der ist ja sooo nett...”, machen die Kanadier Nägel mit Köpfen. Dabei hat ernsthafte Zucht immer etwas mit Selektion zu tun: Körperbau, Charakter, Gang! Prinzipiell ist jeder Züchter für den Qualitätsstandard der Rasse mit verantwortlich. Daher wird bei den meisten Rasseverbänden eine Selektion der Zuchttauglichkeit durch eine Körung durchgeführt.
So würde der Besitzer einer Warmblut-Stute diese kaum zu einem ungekörten Hengst bringen. Manche Zuchtverbände verlangen sogar die Kastration von Hengsten, falls diese die Körung nicht schaffen.
Eine Leistungsprüfung bei Tennessee Walkern wurde bisher jedoch von einer Mehrheit von Hengst- und Stutenbesitzern abgelehnt. Der Grund liegt scheinbar darin, dass sehr viele Besitzer dem Hobby-Bereich zuzuordnen sind, eine professionelle Selektion und Körung teuer und aufwändig ist, und - weil man dies seit Anbeginn vernachlässigt bzw. versäumt hat - das Zuchtmaterial manchmal weiter vom Rassestandard entfernt ist als es das sein sollte.
Entsprechende Ansätze von einigen Züchtern, das Zuchtwesen auf ein professionelles Niveau zu heben, scheiterten bislang an den oben angeführten Gründen. Dabei hat sich die Qualität der Zuchttiere in Europa in den letzten Jahren deutlich verbessert. Während in den Anfangsjahren viele Tiere aus amerikanischen Showställen stammten, kommt heute überwiegend bestes Material aus Kanada und USA nach Europa. Dabei hat die Importquote deutlich abgenommen, weil die Nachzucht in Europa in den letzten Jahren bestes Pferdematerial hervorgebracht hat. Man hat in der Vergangenheit viele Erfahrungen gesammelt und ist auf einem deutlich höheren Kenntnisstand.
Die Ansprüche der Kaufinteressenten haben sich jedoch nach oben entwickelt, da inzwischen viele von den klassischen Reitweisen kommen. Sie fordern neben Bequemlichkeit auch die Fähigkeit zu einfachen Lektionen und Aufgaben. Das bedeutet: Rittigkeit, Durchlässigkeit, Entspanntheit, Lockerheit, Gangsicherheit sowie einen entsprechenden Ausbildungsstand bei gerittenen Pferden. Dies macht die Etablierung eines Qualitätsstandards sowie dessen unabhängige Überprüfung zwangsläufig notwendig um künftig gegenüber anderen Rassen konkurrenzfähig zu sein. Im Augenblick ist jedoch das kanadischen PROGRAM FOR EXCELLENCE das einzig verfügbare, unabhängige Angebot dieser Art.
Lesen Sie den gesamten Bericht mit den Evaluations aus 2010 im Walking Horse Journal hier: