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Tennessee Walking Horses in Bayern
Zucht - Training - Verkaufspferde

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Wenn es um Vielseitigkeit, Gesundheit, Robustheit und Nervenstärke geht, haben Tennessee Walking Horses aus kanadischen Blutlinien eine immer größere Bedeutung. Das heißt nicht unbedingt, daß Perde amerikanischer Herkunft schlechter sind - Das Zuchtziel ist lediglich ein anderes: Die meisten Tennessee Walker in den USA wurden lange Zeit für die Show gezüchtet und entsprechen daher in Typ und Körperbau anderen Gesichtspunkten als ein typisches Gebrauchspferd.
In den USA ist es zum Beispiel üblich, Pferde zum Teil vor dem 2. Lebensjahr anzureiten und für die Show vorzubereiten. Sowohl körperlich als auch mental verkraften dies die meisten jungen Pferde oft nicht. Diese Pferde werden dann als „Freizeitpferde” aus dem Training genommen und ab Freizeitreiter verkauft.

Time is money - wie der Amerikaner sagt - und da spielt das eine oder andere Jahr Futterkosten natürlich eine Rolle.
Grundsätzlich haben die Kanadier hier eine andere Einstellung zum Pferd. Tennessee Walker sind dort Gebrauchspferde, die in der Regel nicht vor 3 Jahren unter den Sattel kommen und daher weiter ausgereift sind. Die CRTWH (Canadian Registry) achtet besonders auf das natürliche Gangvermögen der Pferde und unterstützt besonders das Freizeitpferd. In den letzten Jahren wurden viele sehr gute Pferde aus Kanada nach Deutschland, Schweiz, Frankreich, Österreich und Holland exportiert. Da die Preise in Kanada in den letzten Jahren wahrhaft explodiert sind, hohe Transportkosten, Verzollung und Anfertigungskosten noch hinzukommen, lohnt sich heute ein Import fast nicht mehr. Rechnet man alles zusammen, kostet ein gutes Importpferd aus Kanada bis zu 10.000 EUR.
Da in Europa inzwischen ein guter Bestand an hochwertigen Zuchttieren besteht, sind unsere Nachzuchten günstiger, bei geringerem Risiko.
Im Internet werden immer wieder günstigere Pferde aus den USA angeboten, die bereits 2-jährig unter dem Sattel abgebildet werden. Die Kosten für diese Pferde liegen in den USA bei durchschnittlich 750 - 1.000 USD. Seit Amerika ein Schlachtverbot für Pferde ausgesprochen hat, können Pferde, die den Zuchtvorstellungen nicht entsprechen, nicht mehr in Dosen verpackt werden. Also muss man sie anderweitig vermarkten...

Namen sind Schall und Rauch!
Zucht in Amerika ist etwas anderes als wir uns das vorstellen: Als World Grand Champion muss ein Hengst nur

einmal glücklich im Kreis herumlaufen und zeugt dann künstlich viele 1000 Nachkommen mit meist namenlosen Jungstuten, die dann wegen dem „berühmten” Erzeuger möglichst teuer weiterverkauf werden.

Das bedeutet nicht, daß nicht auch gute Fohlen herauskommen können. Jedoch hat bei der Zucht die Stute einen großen Anteil an der Vererbung. Und Faktoren wie Leistung, Charakter, Rittigkeit etc. zählen in der amerikanischen Showszene überhaupt nicht.

Die Canadian Registry dagegen ist staatlich kontrolliert und hat sich der Bewahrung der ursprünglichen Eigenschaften des Tennessee Walking Horses verschrieben: Vielseitigkeit, Gangvermögen, Nervenstärke, Gesundheit. DNA-Typisierung ist bei der CRTWH viele Jahre länger Standard als bei der TWHBEA (erst ab 2008). Die CRTWH ist ein geschlossenes Stutbuch, das heißt nur reinrassige Tennessee Walker können registriert werden.

Seit einigen Jahren hat die Canadian Registry ein "Program of Excellence" eingerichtet. Nach unterschiedlichen Anforderungen und Leistungsstufen für Tennessee Walker werden dorft von geschulten, anerkannten Gutachtern Qualitätszertifikate für Pferde ausgestellt, nachdem die Pferde an der Hand oder unter dem Sattel vorgestellt und beurteilt worden sind.
Die alten Kanadischen Blutlinien sind mittlerweile zu einem Qualitätsmerkmal für Tennessee Walking Horses mit natürlichem Gangvermögen geworden.

Kanadische Blutlinien liegen im Trend!
Robuste, nervenstarke Freizeitpferde mit viel natürlichem Gangvermögen

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Die Geschichte der Rasse
Das Tennessee Walking Horse ist einer der größten Erfolge menschlicher Pferdezucht und Auslese. Es wurde vor ca. 150 Jahren von Plantagenbesitzern gezüchtet um die teilweise riesigen Flächen täglich abreiten zu können – ohne Anstrengung für Pferd und Reiter. Der natürliche, genetisch verankerte Gang des Tennessee Walkers – der Walk – macht das Reiten zum angenehmen Erlebnis. Besonders bei Geschwindigkeiten von 10 - 15 Kilometern pro Stunde (bei einzelnen Exemplaren über 20 Stundenkilometer) kann der Running Walk über eine längere Distanz ohne Schaden für Pferd und Reiter gehalten werden. Tennessee Walker waren den ganzen Tag im Einsatz in den Plantagen und auf dem Feld. Am Sonntag zogen sie noch die Kutsche zur Kirche oder zu den Nachbarn. Daher bevorzugte man besonders gutmütige, ausdauernde und menschenbezogene Tiere. Die bedeutendsten Vererber waren Allan F-1 und der Pacer Tom Hal F-20.

Die Rassebeschreibung
Im Allgemeinen hat der Tennessee Walker einen starken Knochenbau, eine tiefe Brust und kurze Röhrbeine. Die Hinterhand ist stärker angewinkelt als bei den meisten trabenden Rassen. Seine mittelgroßen Hufe sind von sehr guter Qualität. Die von 1,45 - 1,65 m großen Pferde verfügen über einen gut proportionierten Körperbau. Die Farbpalette ist – wie auch der Körperbau – weit gefächert. Es sind alle Farben möglich. Das resultiert daraus, dass Tennessee Walker selektiv nach Gangvermögen und Charakter gezüchtet wurden und weniger nach Farbe und Typ. Ein für Arbeitspferde durchaus konsequentes Zuchtziel. Bei alten Plantation-Linien kommt auch schon mal ein leichter Ramskopf vor - aber Tennessee Walker sollten vor allem eines sein: das richtige Pferd für jeden Einsatzzweck.

Die Gangarten
Flatwalk:
ein viertaktiger, verstärkter Schritt mit energischer, weit untergreifenden Hinterhand. Es ist eine betont flach fließende Bewegung mit tiefem, aus der Brust ziehenden Kopfnicken.
Running Walk: ein schnell gelaufener, viertaktiger Schritt mit weit ausgreifende Vorderhand und optimal untersetzende Hinterhand bei verstärktem, gleichmäßigem Tempo und deutlicherem Kopfnicken.
Galopp (Canter):
Schaukelstuhl
artiger Galopp, betont akzentuiert und verstärkt auf der Hinterhand gesprungen, aber auch Arbeitsgalopp.

Viele Tennessee Walker haben auch Veranlagungen für Trab, Foxtrott, Pass, Stepping Pace oder Rack. Während der Pass als laterale Gangart wegen der Verspannung des Pferdes unter dem Sattel nicht erwünscht ist, wird in jüngster Zeit der Trab immer mehr für die Grundausbildung favorisiert. Trab balanciert, gymnastiziert und trainiert Raumgriff - und er unterbindet den Pass. Die jüngsten Erkenntnisse bei der Ausbildung von Tennessee Walkern in Europa belegen, dass der Walk der Pferde sich deutlich besser und stabiler entwickelt, wenn die Grundgangarten ausreichend trainiert sind.

Einsatzgebiete in der heutigen Zeit
Das Tennessee Walking Horse erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit auf der ganzen Welt und seit einigen Jahren auch in Europa. Aufgrund seines ruhigen, ausgeglichenen Wesens eignet sich der Tennessee Walker besonders als Familien- und Freizeitpferd, jedoch auch für Western- und Trail-Riding oder den Fahrsport. Ein gut gezogener und ausgebildeter Tennessee Walker kann prinzipiell alles, was man von einem guten Westernhorse erwartet – nur viel komfortabler!
Die Züchter und Besitzer von Tennessee Walking Horses in Europa bevorzugen - bis auf ganz wenige Ausnahmen - ausschließlich Freizeitpferde mit natürlichem, nicht künstlich antrainiertem Gangvermögen. Horseshows wie in Amerika haben in Europa keine Plattform und widersprechen auch den Tierschutzgesetzen. Tennessee Walker aus amerikanischen Showlinien unterscheiden sich hinsichtlich Körperbau und Gang von den alten Zuchtlinien der Farmer und Plantagenbesitzer.
Der Naturwalker aus den alten Foundation-Zuchtlinien ist in der amerikanischen Walkinghorse-Industrie kaum mehr zu finden. Dr. Thomas James aus Tennessee beklagte bei der „Sound Horse Conference 2009” sogar, dass der Walk über die Jahre aus den Showlinien herausgezüchtet wurde. Wenn sich die amerikanischen Trainingsmethoden ändern sollten, werden Änderungen in der Zucht notwendig, damit das Tennessee Walking Horse wieder in der Lage ist, einen natürlichen Running Walk auszuführen. Gott sei Dank haben wir in Deutschland mittlerweile hervorragendes Pferdematerial nachgezogen. Durch den Import hochwertiger Zuchtpferde aus Kanada kam inzwischen viel Ursprüngliches in die europäische Nachzucht zurück.

In den letzten Jahren haben sich immer mehr Züchter nicht nur auf Bewahrung der ursprünglichen Eigenschaften des Ganges und des Charakters konzentriert, sondern auch Kriterien wie Rittigkeit und Korrektheit von Gebäude und Gangwerk sind wesentliche Kriterien der Zucht. Tennessee Walking Horses erfahren dadurch in letzter Zeit immer mehr Akzeptanz und Interesse von ”Pferdeleuten”, die sich aus verschiedenen Gründen für ein ruhiges, sehr bequemes, aber auch sportliches und vielseitiges Pferd entscheiden möchten.

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